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Bandverletzungen im Sprunggelenk

Das Sprunggelenk sorgt für die Beweglichkeit des Fußes.

Mit dem oberen Sprunggelenk beugen und strecken wir den Fuß nach unten und oben. Das Untere sorgt für das Kippen des Fußes nach innen und außen und die Drehung, was für ausgefeilte Schuss- und Passtechniken von großer Bedeutung ist. 

In beiden Sprunggelenken gibt es Bänder, die bei abrupten Abstoppbewegungen, verunglückten Sprüngen oder harten Fouls in Mitleidenschaft gezogen werden können. Verletzungen wie Dehnungen, Zerrungen und (Teil-)Risse sind die Folge. Häufig schwillt das Sprunggelenk bei Bandverletzungen an, meist bilden sich Blutergüsse. 

Mannschaftsbetreuer wenden zur Akutbehandlung dann die sogenannte PECH-Regel an. Der Spieler muss pausieren, das Sprunggelenk wird mit Eis gekühlt, ein Kompressionsverband angelegt und das Bein hoch gelagert. 

Diagnose

Ärzte diagnostizieren Bandverletzungen durch eine manuelle Untersuchung, bei der eine abnorme Beweglichkeit des Gelenks geprüft wird. Zur Sicherung der Diagnose und dem Ausschluss von Knochenbrüchen im Sprunggelenk werden üblicherweise Ultraschall und Röntgenaufnahmen angefertigt, in speziellen Fällen kann auch ein MRT herangezogen werden.

Steht die Diagnose, erfolgt in der Regel eine Ruhigstellung des Sprunggelenks. In den meisten Fällen wachsen die Bänder bei (Teil-)-Rissen wieder von alleine zusammen. Ein Spezialschuh, eine Schiene oder Krücken unterstützen dabei.

Rückkehr zum Training

Ist die Verletzung verheilt, ist eine gut geplante Rückkehr ins Mannschaftstraining wichtig, um keine Rückschläge zu erleiden. Anfangs steht der Ergometer auf dem Plan, um nach der Pause wieder an der Fitness arbeiten, ohne das Sprunggelenk durch das eigene Körpergewicht beim Laufen zu belasten. Um beweglich zu bleiben, haben sich Dehnübungen bewährt. Fitnessübungen für Arme und Rumpf runden das Reha-Training ab und sind auch mit einer Fußschiene möglich.

Ist das Sprunggelenk wieder belastbar, geht es mit leichtem Laufen und „propriozeptivem Training“ weiter. Letzteres bedeutet: man trainiert die unterbewusste Wahrnehmung über den Anspannungszustand der Muskulatur. Mit Übungen auf Gleichgewichtskissen oder Einbein-Sprüngen steigert man Koordination und Ausgleichsbewegungen. So stabilisiert man Gelenke und sorgt dafür, dass auch überraschende Bewegungsabläufe besser gepuffert und weniger verletzungsträchtig ablaufen.

 

Stück für Stück wird nun die Belastung gesteigert, um im nächsten Schritt auch wieder mit Richtungswechseln sprinten und dem Ball arbeiten zu können. Gibt es auch hierbei keine Probleme, steht der Wiederkehr ins Mannschaftstraining nichts mehr im Weg. Ein Tape-Verband kann zu Beginn Stabilität bieten und beim Comeback helfen.

Gezieltes Training senkt Risiko

Ganz lassen sich Sprunggelenksverletzungen nicht vermeiden. Aber durch gezieltes Training lässt sich zumindest das Risiko senken. So sind Koordinationstraining und Laufschule, bei denen verschiedenen Lauf- und Sprungübungen durchgeführt werden, ein gutes Mittel. Die oben beschriebenen Stabilitäts- und Gleichgewichtsübungen unterstützen auch schon im Vorfeld, unregelmäßige Bewegungen oder Tritte souveräner abfangen zu können. 

Den Laufstil kann man durch ausgebildete Trainer überprüfen und optimieren lassen, um Fehlbelastungen zu vermeiden. Zusätzlich ist auch Krafttraining ein wichtiger Bestandteil. Starke Muskeln sorgen für zusätzliche Stabilität und reduzieren das Risiko des Umknickens oder Verdrehens. Übungen wie beispielsweise Zehenspitzenheben mit kleinen Hanteln für die Waden können mit ins Trainingsprogramm genommen werden.

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