Die BVB-Spieler Nuri Sahin und Ömer Toprak springen zum Kopfball.

Flugkopfball: Abheben, Fliegen, Treffen

Für Traumtore im Flug braucht man Körperspannung, Koordination und das richtige Timing.

Neben Fallrückziehern und Hackenschüssen gehören Flugkopfballtore zu den spektakulärsten Treffern im Fußball. Wenn Stürmer abheben und im Flug köpfen, ist das Stadion aus dem Häuschen. Doch um so ein schönes Tor zu erzielen, muss vieles zusammenpassen.

Mut, Timing und Technik: All das muss stimmen, um per Flugkopfball zu treffen. Schon allein der Bewegungsablauf ist komplex. Die BVB-Stürmer berechnen die Flugbahn des Balles, springen dynamisch mit beiden Beinen ab, spannen den Nacken an, strecken den Kopf aus und versuchen den Ball mit der ganzen Stirn zu treffen. Um den Ball in die gewünschte Torecke zu platzieren, werden Oberkörper und Kopf bzw. Stirn entsprechend gedreht. Die richtige Körperspannung ist also eine wichtige Voraussetzung für ein Kopfballtor im Flug. 

Besonders entscheidend ist auch das Timing. Denn die Kontaktzeit von Kopf und Ball beträgt nur Bruchteile einer Sekunde. Wer zu früh oder spät abspringt, erreicht den Ball in einem ungünstigen Moment und kann den Stoß nicht optimal platzieren - trotz präziser Flanke, Platz im Strafraum und ausgefeilter Kopfballtechnik. Ihr braucht also ein hohes Spielverständnis und eine gute Raumorientierung.

 

Um das perfekte Zusammenspiel zwischen Anlauf, Absprung, Kopfstoß und Landung hinzubekommen, sollten Amateursportler bereits über eine gute Kopfballtechnik verfügen. Diese wird erst einmal aus dem Stand heraus trainiert. Werft euch gegenseitig den Ball zu und köpft ihn zurück. Wenn das gut klappt, könnt ihr den Ball auch direkt hin und her köpfen. Wichtig ist dabei, den Ball mit der Stirn zu treffen, den Nacken angespannt zu halten und aus einer Bogenspannung im Rücken heraus Schwung zu holen.

Wer sich nach diesen Übungen bei Kopfbällen sicher fühlt, kann mit einem Teamkollegen Flugkopfbälle trainieren. Dafür stellt man sich zu zweit gegenüber und wirft sich den Ball kurz zu, so dass der Köpfende ihn nur mit Anlauf und Absprung erreicht. Um die Schwierigkeit zu erhöhen, könnt ihr auch die Position des Zuwerfers verändern.

Ist die Bewegung „drin“, braucht es für den großen Auftritt im Spiel nur noch ein bisschen Mut!

Und wenn euch die Frage bewegt, inwieweit Kopfbälle für das Gehirn schädlich sein könnten, dann lest unser Interview mit Sportarzt Dr. Beitzel.