Fußball wird im Kopf entschieden

Wer mental stark ist, der kann konstant Spitzenleistungen abrufen.

Neben Technik, Taktik und Kondition ist die Psyche einer von vier Leistungsfaktoren, mit denen große Siege errungen werden. Spielpausen dienen deshalb auch oft dazu, den Kopf frei zu bekommen und sich von vergangenen Niederlagen nicht länger beeinflussen zu lassen.

 

Um die Spieler mental zu stärken, setzt das Trainerteam vor allem auf Teambesprechungen, Einzelgespräche und Fehleranalysen nach Spielen. Auch während eines Spiels, in der Halbzeitpause, fällt dem Trainer eine zentrale Rolle zu. Geht es mit einem Rückstand in die Halbzeit, ist die Ansprache besonders wichtig. Nachdem die Spieler zur Ruhe gekommen sind und etwas getrunken haben, gilt es den Fokus wieder nach vorne zu richten und das Spiel zu drehen. Der Coach analysiert Fehler, erklärt, wie es besser laufen würde und schickt die Spieler mit breiter Brust und erhobenem Haupt wieder zurück auf das Spielfeld.

 

 

Auch die Spieler trainieren durch die Simulation von Bewegungen und Spielsituationen im Training optimale Lösungen für Dribblings, Torschüsse, Zweikämpfe, Flanken etc. Wer sich 1:1-Situationen vor dem gegnerischen Tor vor dem geistigen Auge bewusst macht, inklusive Winkel zum Tor und Torhüterposition, entwickelt kognitive Strategien, die den praktischen Bewegungsablauf positiv beeinflussen können und zum Treffer führen. 

Moderne Bildgebungsmethoden wie ein MRT haben nachgewiesen, dass bei der Bewegungsausführung wie auch bei der -vorstellung ähnliche Hirnregionen angesprochen werden.  

Studien haben auch bewiesen, dass Spieler von Heimmannschaften, die vor ihren eigenen Fans spielen, einen erhöhten Testosteronspiegel aufweisen. Der Grund liegt evolutionsbedingt im biologischen Revierverhalten, das Tieren ähnelt. Wer zuhause spielt, möchte sein Territorium verteidigen, so das Fazit der englischen Forschergruppe um Nick Neave und Sandy Wolfson. 

Um auch bei Auswärtsspielen auf den Punkt geistig fit zu sein, empfehlen Sportpsychologen Mentales Training, um sich Spielsituationen vorzustellen und zum Beispiel mit provakanten Fangesängen umzugehen.

Die folgende Übung wird mit den anschließenden Schritten vom DFB empfohlen:

1.    Zu Beginn einen ruhigen Platz suchen, bei dem man entspannen kann.
2.    Dann die Augen für zwei Minuten schließen, um zur Ruhe zu kommen und mit voller Konzentration zu beginnen. 
3.    Start der Vorstellung mit einem klaren Bild des Bewegungsablaufs oder von Schmähgesängen. 
4.    Jetzt folgt eine Pause. Nach weiteren zwei Minuten Entspannung stellt ihr euch wieder das Bewegungsmuster
       oder Fangesänge des Gegnerteams vor.

Optimal ist es, wenn ihr bei diesem Training bei Bewegungsvorstellungen auch taktische Konstellationen, Positionsspezifika und das Gegner- und Mitspielerverhalten einbezieht. Ein breites Spektrum an passenden Handlungsalternativen hilft euch, im Spiel die perfekte Lösung zu finden.  

Auch der Aufbau von Kompetenzerwartungen („Was kann ich besonders gut?“), Atemtechniken und Entspannungstraining unterstützen euch dabei, euch bewusst auf ein Spiel vorzubereiten. 

Denn Fußball ist und bleibt (auch) Kopfsache.