Nach dem Spiel ist vor dem Spiel – wie überstehen die BVB-Profis die englischen Wochen?

Fernseher aus, Licht an - nach dem Abpfiff endet aus Sicht vieler Fans das Spiel ihres BVB.

Klar, einige schauen sich noch die Interviews oder Spielanalysen im Anschluss an, aber spätestens danach ist in der Regel Schluss. Für Marco Reus und Co. ist der Arbeitstag hier jedoch noch nicht beendet. Gerade in den harten englischen Wochen, wie sie zurzeit wieder anstehen, steht eines ganz oben auf dem Programm: Regeneration.

Und die ist nicht mal eben mit einer Runde um den Platz laufen abgehakt. Direkt nach dem Spiel erholen sich die Profis üblicherweise aktiv beim „Ausradeln“. Eine weitere Methode ist eine Kälteanwendung in der Eistonne. Abgesehen davon ist auch die Aufnahme von Nahrung und Flüssigkeit, also Essen und Trinken, wichtig für den Erholungsprozess.

Für gewöhnlich sind die BVB-Stars mit all dem in unter einer Stunde fertig – in intensiven Wochen kann es aber auch mal länger dauern.
Am Tag nach dem Spiel folgt dann meist eine aktive Erholungseinheit. Diese umfasst neben Mobilisation und Dehnung auch Kräftigungsübungen. Das gilt allerdings nur für die Stammspieler. Für Spieler mit kurzen Einsatzzeiten und für Ergänzungsspieler wird der Trainingsplan individuell angepasst, um die erforderliche physische Beanspruchung sicher zu stellen. Am dritten Tag nach dem Spiel beginnt dann die erneute Vorbereitung auf die nächste Partie. In den englischen Wochen ist der Übergang zwischen Regeneration und Vorbereitung oft fließend.

Richtig regenerieren mit den 4 R‘s

Für eine optimale Regeneration sind vier wesentliche Maßnahmen (4 „R‘s“) entscheidend:

  • Energiespeicher wieder auffüllen (Refuel)
  • Flüssigkeitshaushalt auffüllen (Rehydrate)
  • Verletzte Strukturen wiederherstellen (Repair)
  • Entspannung, z.B. Massagen, Schlaf (Relax)

Welche Methoden dafür jeweils in Frage kommen, erfahrt ihr im Detail im Artikel Regenerationsmaßnahmen.

 

Auch mentale Regeneration ist wichtig

Schon Andrea Pirlo wusste: „Fußball wird mit dem Kopf gespielt. Die Füße sind nur die Werkzeuge.“

Klar, ist ein Fußballer nach einem Spiel vor allem körperlich erschöpft. Dabei dürfen jedoch die mentalen Strapazen nicht vergessen werden. Im Spiel muss ein BVB-Profi ständig den Spielverlauf und das Verhalten des Gegners erfassen und dementsprechend taktische Entscheidungen treffen. Das fordert das Arbeitsgedächtnis stark. Zudem können ein enger Spielverlauf oder strittige Entscheidungen für hohen emotionalen Stress sorgen.

Das alles belastet einen Fußballer zusätzlich und erfordert ebenfalls Regenerationsmaßnahmen. Es ist hilfreich, wenn ein Spieler – ob Profi oder Amateur – über eigene Strategien verfügt, um mit diesem Stress umzugehen. Eine Möglichkeit ist Ablenkung oder das Ausblenden von Gedanken, die den Stress verursachen. Auch Entspannungsverfahren wie autogenes Training, Yoga oder Atemübungen eigenen sich dazu, psychischen Stress abzubauen. Ein Sportpsychologe oder ein entsprechender Gesundheitskurs können dabei helfen, diese Strategien und Methoden zu erlernen.


Weitere Informationen zu Entspannungstechniken findet ihr im Gesundheitsratgeber der IKK classic.