Sensomotorik

Wie kann man Sensomotorik trainieren?

Die Prävention von Verletzungen ist mittlerweile ein wichtiger Bestandteil des Trainings im Profisport. Kein Wunder, denn Fußball kann zu vielen Verletzungen und Überlastungsschäden führen. Damit die BVB-Profis heil durch die Saison kommen, werden in das Präventionstraining unter anderem Übungen mit Schwerpunkt auf der Verbesserung der Sensomotorik integriert. 

Aber was ist Sensomotorik eigentlich?

Sensomotorik setzt sich aus den Begriffen Motorik und Sensorik zusammen. Die Motorik ist grob formuliert die Fähigkeit sich zu bewegen. Die Sensorik umfasst alle Prozesse der Wahrnehmung, also die Erfassung von Informationen zum Zustand des Körpers über Rezeptoren und deren Verarbeitung im Gehirn. Sensomotorik bezeichnet also das Zusammenspiel zwischen sensorischer Reizaufnahme (Informationen aus der Umgebung und des Körpers) und der motorischen (muskulären) Antwort auf diesen Reiz.

Ziel des Sensomotoriktrainings im Fußball ist es, die Gelenkstabilität und -funktion zu verbessern und damit Verletzungen vorzubeugen. Erreicht wird dies - wissenschaftlich gesprochen - durch eine verbesserte neuromuskuläre Ansteuerung der Fuß-, Knie-, und Hüftgelenk stabilisierenden Muskelgruppen. Auf die Fußballpraxis bezogen ermöglicht das dem Fußballer zum Beispiel, seine Position unter externen Störeinflüssen – wie beim starken Rempeln oder beim Tackling – in einem dynamischen Gleichgewicht zu halten und die Gelenke zu stabilisieren. So wird beispielsweise ein Umknicken des Fußes verhindert.

 

 

Trainingsübungen

Typische Übungen im sensomotorischen Training sind solche, die den Sportler aus dem Gleichgewicht bringen oder zusätzliche Reize auf den Organismus ausüben – und dies möglichst in Verbindung mit fußballspezifischen Aufgaben (z.B. Passen oder Köpfen eines Balls). Dazu gehören beispielsweise:

•    Übungen auf einem Bein 
•    Übungen im Stehen, Knien, Sitzen, Liegen auf instabilen Untergründen (Wackelkissen, -bretter, Sand, etc.) 
•    Sprünge und kontrollierte Landungen (einbeinig, beidbeinig, auf & über Hindernisse, von Hindernissen herab)
•    Partnerübungen oder Übungen mit Zusatzmaterial (z.B. Bälle, Fitnessbänder, Matten, etc.)
•    Übungen mit geschlossenen Augen oder Körpervariationen (z.B. Kopf in den Nacken, Hände nach oben, etc.)

Dabei gibt es einige Hinweise zu beachten, die die Qualität der Übung sicherstellen:
•    Konzentration und die korrekte Ausrichtung der Körperteile
•    Akkurate Bewegungsausführung und der bewusste Einsatz der Muskulatur bei Bewegungen
•    Die Körpermitte muss fixiert werden, sowie eine achsengerechte Knie-Fuß-Stellung hergestellt werden

 

 

Grundsätzlich beachten

Das Sensomotoriktraining sollte in ausgeruhtem Zustand zu Beginn einer Trainingseinheit stattfinden. Variable Bewegungsausführungen, die Veränderung der äußeren Bedingungen (z.B. verschiedenes Material) sowie die Kombination von Bewegungsfertigkeiten (z.B. Einbeinstand mit zurückpassen des Balles) fordern zudem das sensomotorische System immer wieder neu heraus. Dabei muss der Schwierigkeitsgrad und die Belastungsintensität so gewählt werden, dass immer eine sichere Haltungsstabilität gewährleistet ist.